Cole Porter
Nicht von dieser Welt


Altes Schauspielhaus Stuttgart
Premiere am 13. Dezember 2007
Inszenierung:
Andreas Geier
Kostüme: Andrea Meinköhn

Weitere Informationen finden Sie hier!



PIAF Die Suche nach Liebe

Idee und Konzeption: Andreas Geier
Altes Schauspielhaus Stuttgart
Premiere 19. Februar 2005
Musikalische Leitung: Jan Röck

Das Abenteuer Liebe

Piaf-Abend im Alten Schauspielhaus. - So ziemlich jeder weiß etwas über die Chansonsängerin Edith Piaf, doch wie fügt sich das zusammen? - Auch wenn sie ein wildes Leben geführt hat, wenn es um sie selbst ging, strebte sie nach Genauigkeit. Deshalb hat sie sich in ruhigen Stunden hingesetzt und eine Autobiografie geschrieben.
Andreas Geier hat das Buch entdeckt und für die Bühne bearbeitet. "Piaf - Die Suche nach Liebe" ist jetzt im Nachtprogramm im Alten Schauspielhaus zu sehen. Wie hat eine Piaf-Darstellerin auszusehen? - Klar, ein einfaches schwarzes Kleid muss es sein, die Haare hochgesteckt. Und Asita Djavadi hat auch die richtige dunkle Stimme. Freilich, das Timbre des exzessiv gelebten Lebens fehlt, aber das ist auch nicht unbedingt nachahmenswert.
In ihrer Biografie beschönigt Piaf nichts, sie gesteht ihre Irrtümer ein, verweist dabei auf die ungewöhnlichen Lebensumstände, unter denen sie aufgewachsen ist. Djavadi erzählt manch Tragisches im leichten Ton, kein Wunder, weiß sie doch die Musik hinter sich. Und so besingt sie etwa den männlichen Legionär, mit dem Piaf einst ihre erste Liebe aufs Spiel setzte. Und es folgen Chansons wie "La vie en rose" oder "Milord". Jan Röck am Klavier bringt die bekannten Melodien dezent ins Spiel so wie zuletzt in der Revue mit Johannes Heesters in der Komödie im Marquardt. Djavadi vermittelt sehr lebendig ein wichtiges Kapitel der Chansongeschichte..

Armin Friedl

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Ralph Benatzky
Herzen im Schnee
Premiere am 04.12.2004
Altes Schauspielhaus Stuttgart
Inszenierung: Andreas Geier
Choreografie: Verena Rendtorff
Ausstattung: Barbara Krott


Ein Winterparadies

Ralph Benatzkys "Herzen im Schnee" im Alten Schauspielhaus

So einfach ist die Welt: In St. Anton am Arlberg liebt der Seppl die Rosl. So kompliziert ist die Welt: Der Rosl ihr Vater, Schneidermeister Stadlhofer, kann den Seppl nicht ausstehen, weil der nämlich vor gar nicht langer Zeit seine Lehre schmiss, um als Skifahrer bei den Olympischen Spielen anzutreten. Und so widersprüchlich ist die Welt: Einerseits freuen sich die St.-Antoner, dass nicht nur der Olympiasieger Seppl heimkehrt, sondern gleich noch jede Menge Touristen mitbringt. Andererseits wurmt es insbesondere die Rosl, dass sich darunter auch eine junge hübsche Miss Smith befindet, die ziemlich heiß ist auf "Mister Seppl". Und Letzterer neuerdings ein knallrotes T-Shirt trägt, auf dem zu lesen steht: "Sex Machine".

Ach, die Welt ist so wunderbar schlicht in Ralph Benatzkys Revueoperette "Herzen im Schnee", 1936 in Zürich uraufgeführt, 2004 vom Alten Schauspielhaus in Stuttgart sehr neu präsentiert. Und die ersten zwanzig Minuten lang hat der Kritiker ein ganz klein wenig Sorge, womöglich könnte das dann doch ein wenig zu schlicht, zu altbacken sein, als dass es noch ein wirklicher Genuss wäre. Aber dann überschlagen sich nicht nur in St. Anton die Ereignisse (es beginnt zu schneien), sondern überhaupt im ganzen Theater. Das Ensemble zündet ein derartiges Sing-und-Spiel-Brillantfeuerwerk, dass zum Schluss wirklich nur noch eines übrig bleibt: die allgemeine Glückseligkeit.

Der Schlüssel zu diesem Abend ist die Musik. Adrian Werum, der als musikalischer Leiter im SI-Centrum immerhin die "42nd Street" verantwortet, erweckt mit einem veritablen Kunstgriff die Musik Ralph Benatzkys zu ganz neuem Leben. Das große Revueoperettenorchester hat er zusammengestrichen auf vier Musiker, die am Rand der Bühne wie ein kleines Barswing-Ensemble auftreten. Und prompt entfalten die Melodien einen filigranen Charme, kommt der immense Wortwitz der Texte zu Tage, der in der besten deutschen Schlagertradition der zwanziger, dreißiger Jahre steht. Wunderbar.

Voller Witz und (Selbst-)Ironie auch die Inszenierung von Andreas Geier. Man kann nur staunen, wie es auf dieser kleinen Bühne (Barbara Krott) gelingt, ein knallbuntes Winterparadies zum Leben zu erwecken. 16 Darsteller harmonieren aufs Vortrefflichste. Norbert Kohler ist als Seppl nicht nur in figürlicher Hinsicht der perfekte Skilehrer, Kathrin Genitheim eine wunderbar kiebige Rosl und Marion Furtner eine very pretty Miss Smith. Allen dreien kommt hier ihre Musical-Ausbildung sehr gelegen. Eine hervorragende Figur machen aber auch gestandene Schauspielhaus-Schauspieler wie Christoph Wieschke als stotternder Promi-Reporter Bobby, Andreas Klaue als Gastwirt Hintermoser und Gerry Hungbauer als Schneider Stadlhofer.

Gerade Letzterem gelingt es grandios, aus seinen Sololiedern mit viel Kunst und Charme ausdrucksstarke kleine Couplets zu gestalten - Respekt! Ansonsten gibt es noch charmante Tanzeinlagen von Mädels in Fluschen-Tops und Monsterskischuhen (Choreografie: Verena Rendtorff), eine kleine Jamsession mit einem echten Alphornbläser, eine Massenschlägerei im Gasthof zur Post, den Aufstieg eines stotternden Promi-Reporters zum Radiosprecher, ein Ballett von sieben Kellnerinnen unterschiedlichen Geschlechts mit ihren silbernen Serviertellern - und noch hunderttausend andere Dinge, die man eigentlich gar nicht verraten möchte. Es ist alles einfach ein kleiner, feiner, schöner, funkelnder Spaß. Was Musicals und Singspiele jedweder Art angeht, ist die Bühne Carl Philip von Maldeghems eben das erste Haus am Stuttgarter Platze. In Möhringen, da mag das Leben toben. Im Alten Schauspielhaus, da perlt es.

Stuttgarter Zeitung, Tim Schleider



Brettl im Schnee und Knödel im Kopf

"Herzen im Schnee": Eine Wintersport-Revue im Stuttgarter Alten Schauspielhaus

Stuttgart - Man nehme eine Prise Hüttenzauber, heile Bergwelt mit Schnee und einfache, aber ehrliche Charaktere, ein Quäntchen Liebe, eine Handvoll frischer Lieder - und fertig ist die amüsante "Wintersport-Revue-Operette". Dafür gibt es wunderbare Beispiele, die seit Jahrzehnten die Menschheit rühren, etwa Ralph Benatzkys musikalisches Lustspiel "Herzen im Schnee", gleichsam das winterliche Pendant zu seinem "Weißen Rössl". Andreas Geier hat die 1936 in Zürich uraufgeführte Vorlage aus der Zeit rund um den "großen Stemmchristiana in tiefer Hocke" für das Stuttgarter Alte Schauspielhaus modernisiert und mit einigem Augenzwinkern ein volkstümlich-heiteres, rhythmisch beschwingtes Musical daraus gezaubert. Schmissige Klänge Getragen wird die luftige Geschichte von schmissigen Klängen und Songs wie "St. Anton am Arlberg", "Mädl, mein Mädl" oder "Die Lily vom Piccadilly". Der musikalische Leiter Adrian Werum hat Benatzkys Musik kräftig aufpoliert. Man spürt deutlich den straffen Zug, der auch bei der Stuttgarter Produktion von "42nd Street" zum Tragen kam, deren musikalischer Chef Werum war. Die Kapelle spielt live im Hintergrund der alpenländisch verschachtelten Holzhäuschenbühne (Ausstattung: Barbara Krott).Keine Pistensäue, sondern fesche Skihaserl mit Flauschoberteilen, die an Desirée Nick erinnern, bereiten die Zuschauer auf das vor, was sie zwei Stunden lang erwartet: nicht mehr und nicht weniger als eine flotte, nostalgisch angehauchte Revue um Liebe, Fremdenverkehr und Leidenschaft, die mit ihrer Heile-Welt-Sehnsucht glänzend in die Vorweihnachtszeit passt. Da fliegen die wohlproportionierten Beine in schweren Skistiefeln zum Schunkel-Swing der Kerber Brothers (Choreographie: Verena Rendtorff). Selbst die Massenschlägerei der Dorfbewohner darf als choreographische Glanzleistung gewertet werden. Doch bis es zum Befreiungsschlag im Traditionshotel "Post" kommt, der klare Verhältnisse in klarer Bergluft schafft, müssen ein paar liebestechnische Verwicklungen entwirrt werden.Schuld an dem ganzen Schlamassel ist der Seppl Huber (Nobert Kohler), der vom einfachen Schneiderlehrling zum Stolz von St. Anton aufsteigt. "Glad to see you alle miteinand", schmettert der Goldjunge, der die olympischen Spiele im Abfahrtslauf gewonnen hat, den Dorfbewohnern entgegen. Frisch aus London zurück trägt er statt Lederhosen ein knallrotes T-Shirt mit dem Aufdruck "Sex Machine" und ein Stirnband. Parallelschwung-Casanova Zwei Indizien, dass der krachlederne Alpenspaß von 1936 im Hier und Jetzt angekommen ist. Der Parallelschwung-Casanova soll den Tourismus ins Dorf am Arlberg locken und so den ersehnten Wohlstand bringen. Doch zunächst kommt eine inkognito reisende junge Dame (Marion Furtner) samt Gouvernante (Helen Werum) aus England. Die ist von dem feschen Skilehrer in seinem "Sportkostüm" und den "lachenden Zähnen" so angetan, dass sie sofort mit ihm anbandelt. Das schafft naturgemäß Komplikationen, bedenkt man den englischen Bräutigam Margarets und Seppls Verlobte Rosl (Kathrin Genitheim) im Hintergrund.Während Seppl baggert, kommen ein echter Alphornbläser und falsche Kühe auf die Bühne, rast ein Ski-Ensemble die Bühnenpiste hinunter und führen falsche und echte Servierfräulein ein bemerkenswertes Saftschupsenballett auf. Während sich Seppl im völlig verschnittenen Frack vom Schneider Stadlhofer (Gerry Hungbauer als begnadeter Sänger) zum Affen macht, techtelmechtelt seine Tochter mit dem stotternden Reporter Bobby (Christoph Wieschke) aus Berlin. Es scheint, als haben alle nur noch die Brettl im Schnee und Knödel im Kopf, bis Margarets herzoglicher Vater alles wieder ins Lot bringt. Am Ende kriegt jeder, was er verdient: der Seppl die Rosl, die Margaret den Schotten - und Bobby stottert nicht mehr, wird Radioreporter und schwul.

Esslinger Zeitung, Petra Bail


"Herzen im Schnee" im Stuttgarter Alten Schauspielhaus

Im Nu per Du

"Ausländer kommt, steigt in den Zug, denn Inländer haben wir hier grad genug" - 1936, als diese Zeilen komponiert wurden als Hilferuf aus dem österreichischen Skiort St. Anton, herrschten offenbar noch andere Zeiten als heute.

Allerdings: Nüchtern im Kontext der Entstehungszeit gesehen, sind auch diese Zeilen vor allem ein galliger Abgesang auf die damalige Realität. Das war es aber auch schon mit dem Gegenwartsbezug in der neuen Produktion des Alten Schauspielhauses. "Herzen im Schnee" heißt sie, eine "Wintersport-Revueoperette" nennt Regisseur Andreas Geier seine Inszenierung, die von einer Zeit berichtet, als Skitourismus noch ausnahmslos als positiv zu sehender Wirtschaftsfaktor galt. Vor allem aber ist das von Ralph Benatzky entstandene Stück, das zuvor mit der Operette "Im weißen Rössl" großen Erfolg hatte, ein Meisterstück der leichten Unterhaltungskunst aus Deutschland am Vorabend des Zweiten Weltkriegs.

Herrliche Wortspiele gibt es hier, wie die "Lilly vom Piccadilly", allein schon die Titelstrophe "Herzen im Schnee sind im Nu per Du, auch schon vor dem ersten Rendezvous" sind ihre Wiederentdeckung wert, denn seit den 50er Jahren wurde das Stück nicht mehr gespielt. Zur Wiederbelebung wurde es ins deftig Alpenländische übertragen - mit dem entsprechend flotten Mundwerk. Damit das auch glaubwürdig rüberkommt, kommen auch die Darsteller der Hauptrollen aus diesem Sprachraum. Kathrin Genitheim etwa als Rosl. Sie ist total verliebt in das Skiass Seppl Huber, der als Medaillengewinner zum Tourismus-Lockvogel des Ortes avanciert ist. Der allerdings erliegt zwischenzeitlich den Verlockungen aus der Fremde. Doch kraftvoll schmiedet Rosl erfolgreich einen Gegenplan, denn in dieser romantischen Operette ist der gute Ausgang natürlich gewährleistet.

Für die Jahresendproduktion hat das Alte Schauspielhaus keine Mühen gescheut. Sehr kraftvoll geht es dieses Mal zu: ausgiebige Choreografien mit richtigen Skiern, entsprechenden Stiefeln und Skistöcken. Für den richtigen Schwung sorgt Adrian Werum, zuletzt musikalischer Leiter von "42nd Street" in der Möhringer Musical-Hall. Zusammen mit den Kerber Brothers sorgt die Vier-Mann-Truppe für Herz und Schmerz, bringt Gerry Hungbauer als Schneidermeister aber auch den Blues bei, als dieser über Liebeswirren klagt. Und sie beweisen, dass man mit einem Alphorn veritabel jazzen kann.

Nicht alles geht auf in der angestrebten Zeitreise von damals ins Jetzt. Norbert Kohler als allseits begehrter Seppl Huber kann der Spagat vom romantischen Helden zur lächerlichen Medienfigur gar nicht gelingen. Was soll"s, er hat eine hinreißend junge und feurige Stimme. Und im edelweiß-blauen Bühnenbild wird sogar richtig Abfahrtski gelaufen, zumindest für wenige Meter. Das Alte Schauspielhaus behauptet sich damit als dritte Musical-Bühne, diese allerdings mitten in der Stadt.

Stuttgarter Nachrichten, Armin Friedl


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Männerfang für Fortgeschrittene

Idee und Konzeption: Andreas Geier
Altes Schauspielhaus Stuttgart
Premiere 08. November 2003
Musikalische Leitung: Jan Röck

Amüsante Nacht mit zwei Blondinen im Alten Schauspielhaus

Wie sie Männer fangen, bleibt allerdings auch nach diesem Abendkurs immer noch ihr Geheimnis Angekündigt haben sie sich unter dem viel versprechenden Titel „Männerfang für Fortgeschrittene“, und wer sich zu später Stunde auf den Weg machte, hatte doch ein klein wenig Hoffnung, dahinter zu kommen, was in den Köpfen der beim Männerfang erfolgreichen Frauen so vor sich geht. Der, oder besser die Lernwillige, die noch nicht weiß, was zu tun ist, wird es auch bei diesem nicht ganz ernst gemeinten Nachtprogramm im Foyer des Stuttgarter Alten Schauspielhauses wohl nicht packen. Das unterhaltsame Songprogramm, das Andreas Geier, also „ein Mann“, sich ausgedacht hat, setzt auf harmlose, durchaus witzige Zwischendialoge, die aber eher auf Probleme und Frustrationen als auf Erfolge der beiden Blondinen in Ihren Beziehungen zielen. Ansonsten bleibt alles locker vorgetragene und leichte Kost, und ist zusammen mit dem im Eintrittspreis enthaltenen Cocktail als süßes Betthupferl zu goutieren. Schließlich sollen die Zuschauer ja auch nach dem Programm keine schlaflose Nacht verbringen, sondern einfach von zwei verlockend sexy auftretenden Blondinen träumen dürfen.

Also: Stefanie Schwendy, eher die Romantische mit der zarten, in der Höhe schwebenden Stimme, und Katja Hentschel, die mit etwas mehr Volumen singende, sich sexbesessen gebende Nymphomanin, fangen die Männer einfach mit ihrem berückenden Charme und ihrem blendenden Aussehen ein. Sie setzen einfach auf ihre typische Weiblichkeit, wie sie seit Urzeiten auf die Männer wirkt. Zwar treten die beiden am Anfang der Show noch in extrem kurzen Trenchcoats auf, aber darunter tragen sie T-Shirt und Jeans oder einen Hosenanzug, also Erwartungen á la „Mädchen Rosemarie“ werden nicht erfüllt. Noch sind sie scheinbar typische Mädchen unseres Jahrzehnts, schlüpfen aber dann unverzüglich in zeitlose Abendkleider.

Zeitlos, wenn auch im allgemeinen nicht zeitgenössisch, sind auch viele der Lieder, die erklingen: „I Wish I Were In Love Again“ aus „Babes In Arms“ (1936) von Richard Rogers and Lorenz Hart, oder „Ich bin eine Frau, die weiß, was sie will“ und „Warum soll eine Frau kein Verhältnis haben“ aus dem fast gleichnamigen Operettenfilm (1932) von Oscar Straus. Nach der Pause erklingt stimmungsvoll aus dem Hintergrund „I Know Him So Well“ aus „Chess“ (1986) von Tim Rice, Benny Andersson and Björn Ulvaeus. Ab und zu geht es auch etwas flotter zu. Über Gittes „Ich will ’nen Cowboy als Mann“, bei dem der am Klavier sitzende musikalische Leiter Jan Röck von den Blondinen aufs Korn genommen wird, geht es dann fast zu schnell zum Finale mit Walter Kollos Gassenhauer „Die Männer sind alle Verbrecher“ aus der Operette „Wie einst im Mai“. Schließlich gipfelt dieser Vorwurf am Ende mit „Aber lieb, aber lieb sind sie doch“ wieder in einer Art Sympathiekundgebung an die Männer, die, zunächst vielleicht etwas verunsichert durch manch kessen Spruch aus dem Mund der verführerischen Blondinen, dann doch noch beruhigt nach Hause gehen können.

Musical- und Konzertvereinigung e.V. / Arthur H. Maute

Licht an!

Stuttgart - Nachtschwärmer kommen auf ihre Kosten beim neuen Nachtprogramm im Alten Schauspielhaus. Es ist das erste in dieser Spielzeit, und Carl Philipp von Maldegem freut sich, dass so viele gekommen sind.

Gloria Gaynors Schlagerhit ist eines der zahlreichen musikalischen Pendants zu den Dialogen um Singles, Sex und Liebeskummer, die Andreas Geier mit Katja Henschel und Stefanie Schwendy zu einem hübsch-munteren Diseusen-Cocktail zusammengemixt hat. „Sisters Are Doing It For Themselves“ von den Spice Girls klingt im Trenchcoat zu Beginn noch etwas schrill bemüht, aber im Cocktail-Kleid kommen die beiden so langsam in Fahrt, show- und musicalerprobt servieren sie ihre Pointen und sogar manch alten Chanson - „Warum soll eine Frau kein Verhältnis haben? von Oscar Strauss - mit einer Spur Nostalgie. Die Mischung von Flotten Sprüchen á la „Sex in the City“ und den passenden Evergreens, begleitet von Jan Röck am Klavier, kommt gut an beim Publikum.

Romantik und richtig guter Sex - geht das überhaupt zusammen bei der üblichen Gleichsetzung von Männlichkeit und Gefühllosigkeit? Das Aufregende von One-Night-Stands und der Kazenjammer danach - und wo bleibt die Liebe, die Erotik bei all den Ansprüchen des Beziehungssports? Katja Henschel und Stefanie Schwendy - alles andere als doofe Blondinen - bewegen sich witzig und charmant und mit dem nötigen Touch Selbstironie auf dem Terrain ihres „Männerfang für Fortgeschrittene“.

Eßlinger Zeitung, 10.11.2003, Dietholf Zerweck

„Männerfang“ im Alten Schauspielhaus

Sie sind gutaussehend, blod beruflich erfolgreich und auf der Suche nach Männern, obwohl, nötig haben sie es nicht: „Männerfang für Fortgeschrittene“ heißt das neue Nachtprogramm im Alten Schauspielhaus von Andreas Geier. Katja Henschel und Stefanie Schwendy sehen wirklich gut aus, sind blond und beruflich erfolgreich, „wir haben alles und wollen mehr“, stellen die beiden am Ende fest. Begleitet von Jan Röck am Klavier, präsentieren sie Melodien von Oscar Strauss, Friedrich Holländer, Kurt Weill und Gitte bis zu Licielectric und Cher. Dazwischen werden die verschiedensten Aspekte der (Un-)Möglichkeiten des Zusammenlebens gestreift. Etwa die Frage, ob Männer heute noch romantisch sein sollen oder weshalb eine gutaussehende Frau nicht tatsächlich Nebenverhältnisse haben soll, wenn man es ihr eh schon nachsagt. Und es gibt Tipps, wie man sich nach einer Trennung verhalten sollte. Hentschel und Schwendy zeigen dies mit viel Humor, setzen sich attraktiv in Szene und suchen den Kontakt zum Publikum.

Stuttgarter Nachrichten, 22.11.03, Armin Friedl

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Cole Porter:
Anything goes

Altes Schauspielhaus, Stuttgart

Premiere am 07.12.2002


Es war kein Luxusdampfer, sondern eine nette kleine Yacht, die sich hier auf die Reise machte. Die schmale Bühne des Alten Schauspielhauses hat alles andere als Broadway-Format, deshalb musste man sich an die engen Schiffskabinen genauso wie an die nicht besonders aufwendigen Kostüme (Ausstattung: Barbara Krott) und das arg mickrige Schiffs-Ensemble - drei Matrosen und drei Engel für Reno - erstmal gewöhnen. Das kleine, aber heftig swingende Orchester unter Sylvio Zondler saß im Graben, auf dem Schiff hätten die Musiker kein freies Plätzchen mehr gefunden. Choreografin Verena Rendtorff beschränkte sich anfangs völlig auf die oberen Extremitäten und entdeckte erst nach einiger Zeit, dass man auch die Beine bewegen kann. Obwohl das Stück (gespielt wurde die erweiterte Broadway-Fassung von 1987) hier eher als Song- Komödie und nicht als Tanzmusical konzipiert war, gab es schließlich doch noch ein bisschen Stepptanz.

Aber irgendwie war das alles gar nicht so wichtig, weil Andreas Geiers Regie den völlig losgelösten Witz der Dialoge und den unentrinnbaren Charme der Cole-Porter-Songs so treffend in Szene setzte - einfallsreich, unbeschwert und mit dieser gewissen Leichtigkeit, die alle Einschränkungen an Masse und Aufwand rasch vergessen lässt.

Manche Musiknummern waren geradezu perfekt ausinszeniert, so etwa das Duett "It's de-lovely" zwischen Billy und Hope oder Ermas "Buddie, beware", Die Liebes geschichte zwischen Reno und dem steifen Lord Evelyn wurde zart-romantisch und er staunlich ernsthaft angedeutet. Die Schauspieler tollten in sämtlichen Ecken des Zuschauerraums herum, die Verfolgungsjagd nach Billy war streckenweise Slapstick pur, und es gab nette Running Gags, zum Beispiel die ständig ohne Hosen auftauchenden Matrosen, die von Erma ihrer Uniformen beraubt worden waren. Bei der Umsetzung seiner witzigen Ideen konnte sich der Regisseur blind auf das völlig begeisterte und durchweg passend besetzte Ensemble verlassen. Fast alle hatten genau das richtige Timing für die komischen Situationen und Dialoge - so Oliver Jaksch als Moonface Martin, ein Möchtegern

Neben ihr bewiesen zwei junge Darsteller frisch von der Bayerischen Theaterakademie, was für ein hervorragender Jahrgang die letztjährige Musical-Abschlussklasse gewesen sein muss: mit einem lieblichen Hauch französischer Raffinesse spielte Maryse Boiteau die kapriziöse und selbstbewusste, von Billys Charme durchaus verwirrte Hope Harcourt. Und mit ihr schmolzen noch etliche andere dahin, denn der große, schlaksige Ben Zimmemann brachte als Billy Crocker die Art von unwiderstehlicher Bühnenpräsenz mit, bei der man noch hinguckt, wenn er nur in der Ecke lümmelt. Mit solchen Aufführungen wird sich das kleine Theater sicher bald als Spielstätte für Liebhaber-Musicals und die guten alten Klassiker in Stuttgart etablieren, wo sich das Staatstheater gerade mal wieder viel zu fein für dieses Genre ist.

Angela Reinhardt
Musicals, Februar / März 2003 Heft 99

Mischen impossible auf der Arche Noah

"Ich weiß, some like it hot'': Mit Cole Porters Klassiker "Anything goes"
wird das Alte Schauspielhaus musikalisch


Das kommt davon, wenn man hier irgend etwas ernst nimmt. Kläglich schaut Billy (Ben Zimmermann) durch schwedische Gardinen hinaus aufs Deck des Luxusdampfers. Von der Revuedame Reno (Astrid Vosberg) federwedelschwingend zur Beichte verführt, hat sich der Schwerenöter mit seinem Geständnis, dass er kein Schwerverbrecher ist, geradewegs in Gewahrsam geplaudert. So viel Wahrheit muss nicht sein, so war das mit der Beichte nicht gemeint, das weiß Billy jetzt auch.

Begeisternde Travestie

Das Publikum in Cole Porters Musical-Klassiker "Anything goes", das am Wochenende im Stuttgarter Alten Schauspielhaus Premiere hatte, ist schon viel länger im Bilde. Andreas Geiers Inszenierung des rund 70 Jahre alten Broadway-Schlagers unterhält als schwungvolle Partnertauschgeschichte - als Travestie begeistert sie aber erst richtig. "Anything goes" - "Alles geht", scheint auch bei den Proben das Motto der Macher gewesen zu sein. Thematische Akzente, tiefgründende Charakterstudien? Fehlanzeige. Stattdessen greift Geier mit seinem starken Dutzend versierter Musiktheaterspieler zwei Stunden in die Komödienkiste und zieht unter den Bravorufen des Premierenpublikums alles, wirklich alles heraus, was er dort findet. Ganz unnötig wäre es daher auch, die Irrungen und Wirrungen nachzuerzählen, die Porters Figuren an Bord des Kreuzfahrtschiffes erleben, bis sie in einer dramatischen Dreifachhochzeit in den Ehehafen einschippern. Die S.S. America ist in der Stuttgarter Version eine Arche Noah für komödiantische Typen, für schwere Jungs und leichte Mädels, für lüsterne Matrosen und nymphomanische Nonnen, für Pseudo-Priester und schrullige Lords.

Geiers Inszenierung und das von Verena Rendtorff präzis choreografierte Schenkelklopfen bringen den Kahn nicht zum Kentern. Im Gegenteil: Die Macher setzen immer noch einen drauf, veredeln Porters Evergreens wie "l get a kick out of you", "Bon Voyage" und "You're the top'' mit Slapstick und Situationskomik. Besonders begeistert die Entschlossenheit, mit der auch bei den neu eingefügten Gags das Arche-Noah-Prinzip zum Einsatz gelangt. Jede Spezies darf an Bord. Kaum zu glauben, wer da alles auf der Passagierliste steht - nur Leonardo di Caprio ist gestrichen. "Der fährt jetzt auf der Titanic." Dafür Harry Potter! Kurzes Zögern. "Das muss ein anderer sein." Ein Brüller.

Tempeltanz auf Bali

Das bewegungsfreudige Beziehungsspiel zwischen den von Barbara Krott auf dem gestuften Schiffsdeck verteilten Rettungsringen, Schornsteinen, Kabinentüren und Showtreppen befreit ungemein: vom ganz irrationalen Selbstzwang, niemals unter Niveau zu lachen. Wort und Sinn scheinen sich in dieser Musical-Travestie zu verselbstständigen, wenn etwa "Mohammed Ali" in einem Song auf den "Tempeltanz auf Bali" gereimt wird. Und der Widerstand, den die englischen Songtexte den deutschen Dialogen entgegensetzen - "Mischen impossible", wie es hier beim Kartenspiel heißt - ist im Leerlauf eines anspielungsreichen Kauderwelschs aufgehoben: "Ich weiß, some like it hot", raunt Lord Oakleigh (Volker Conradt), als ihm Reno an die Wäsche geht.

Nur wenige Sekunden kann es hier dauern, bis die verkleidete Nonne ihr Strumpfband entblößt. Es weiß ja ohnehin jeder Bescheid. Genau darin liegt der Reiz dieses unbedingt empfehlenswerten Musical-Abends. Es gehört viel Mut und ein schauspielerisch wie gesanglich überzeugendes Ensemble dazu, um die Albernheiten einer Inszenierung dermaßen auf die Spitze zu treiben, dass sie nicht mehr peinlich sind. Bei seiner Wiederentdeckung des Musicals bietet das Alte Schauspielhaus hoch professionelle Bühnenkunst - und obendrein mit Astrid Vosberg einen echten Star, der bereits die Titelrollen in "Evita" und "My Fair Lady" auf Musicalbühnen sang. Auf so hohem Niveau werden die Wonnen der Anspruchslosigkeit selten unverkrampft gefeiert. Das muss man sehen.

Von Jan-Arne Sohns
Heilbronner Zeitung, 09.12.2002



Liebe auf hoher See

So ein Überseedampfer bietet dem Erfinder turbulenter Verwechslungsgeschichten den idealen Tummelplatz für sein Personal. Das wusste auch Cole Porter.

Entsprechend das Arsenal schräger Typen, das er in seinem Erfolgsmusical "Anything goes" auf dem Luxusliner SS America auf Reise schickt: Einen verkrachten Börsenspekulanten nebst einem Gangsterpärchen in Soutane und Nonnentracht, eine Dame aus dem Rotlichtmilieu und das junge Paar, das sich zunächst nicht finden will. An Bord wird kreuz und quer geturtelt und verwechselt, bis am Ende gleich drei Paare in den Hafen der Ehe einlaufen dürfen. Anything goes, was die Aufführung im Alten Schauspielhaus temporeich beweist.

Dabei zeigt sich, dass Porters 1934 entstandenes Musical den Vergleich mit so manchen heutigen Machwerken nicht zu scheuen braucht. "Anything Goes" suggeriert keine kompositorische Genialität, sondern nutzt einen einfach gestrickten Plot als Bindeglied für unvergängliche Songs wie "I Don"t Get a Kick out of You", die unzählige Jazz- und Broadway-Stars von Ella Fitzgerald über Frank Sinatra bis hin zu Robbie Williams noch heute zu den eigenwilligsten Interpretationen inspirieren.

Die Produktion will zu Recht nur eines: auf hohem Niveau gut unterhalten. Und das gelingt. Auf einer Kreuzung aus stilisiertem Schiffsambiente und Showbühne tummelt sich eine schillernde Reisegesellschaft in aufwendigen Kostümen zwischen steif-grauem Cut und aufreizend-roter Seidenenge (Ausstattung: Barbara Krott). Mit dem richtigen Händchen für Situationskomik hält Regisseur Andreas Geier die Verwechsel- und Täuschungsspiele der fünfzehn Protagonisten ständig auf hohen Touren. Sein Blick für das Ironische lässt zu einem Schmusesong schon mal einen Mond aufscheinen und taucht die Bühne in Wechselbäder aus gefühligen Rot- und Blautönen. Stellenweise etwas bemüht und die Möglichkeiten manches Darstellers überfordernd wirken die von Verena Rendtorff choreografierten Tanzszenen. Dafür wird hörenswert musiziert und insbesondere im Chor mitreißend gesungen. Das von Sylvio Zondler geleitete Musical-Orchester entwickelt einen bemerkenswerten Drive.

In einem insgesamt überzeugenden Ensemble fallen gesanglich zwei Akteure auf: Ben Zimmermanns jugendlicher Liebhaber Billy Crocker mit dem tenoralen Schmelz seiner musical-bewährten Stimme. Besonders aber Astrid Vosbergs Halbweltdame Reno Sweeney mit erstaunlichem Feeling für jazzmäßige Phrasierung.

Horst Lohr
Stuttgarter Zeitung, 9.12.2002


Alles andere als Billigware

Premiere des Musicals "Anything goes" im Alten Schauspielhaus

Das Alte Schauspielhaus, auf dessen Fahnen die gehobene Unterhaltung als Motto steht, hat unter der neuen Führung aus gutem Grund das Genre Musical wiederentdeckt und eines ausgesucht, das in verschiedenen Fassungen am Broadway seine Qualität, sprich: seinen finanziellen Erfolg bewiesen hat. Wenn auch die Handlung bewusst dürftig ist, so ist umso mehr die Qualität der Showelemente gefordert. Diese Qualität ist im Alten Schauspielhaus vorhanden. Gute Stimmung macht gleich von Beginn an die Tatsache, dass ein veritables Orchester im Orchestergraben die Instrumente stimmt. Es wird also keine Sparkonservenmusik eingespielt, sondern, unter der Leitung von Sylvio Zondler, lebendige und facettenreiche.

Und dann geht es los. Zuerst kommt ein bisschen Handlungsdialog, dann folgt Tanz auf Song, Solo- auf Ensemblenummer. Der Regisseur Andreas Geier und die Choreografin Verena Rendtorff arrangieren die Akteure sehr effektvoll auf der Bühne, die, als Schiffsdeck ausstaffiert, problemlos jede Menge Spielflächen bietet. ...

Die Musicalspezialisten verstehen ihr Handwerk. Astrid Vosberg wird ihrem Ruf als Musicalgröße voll gerecht. Sie ist als Reno Sweeney ihr Geld wert, souverän in jeder Bewegung und jeder Tonlage. Mit jugendlicher Frische überzeugt nach einer Anwärmphase Ben Zimmermann als Billy, Maryse Boiteau bringt als Hope französischen Charme ins Spiel. Auch die übrige Mannschaft ist alles andere als Billigware, (fast) alle können singen. Die Hits unter den Songs werden englisch gesungen. Das ist eine glückliche Entscheidung. Schließlich sind die Melodien von Cole Porter auf die Originaltexte maßgeschneidert.

Dem Wunsch nach unterhaltsamem Theatervergnügen im Anschluss an die anstrengenden Weihnachtseinkäufe steht also bei einem Besuch im Alten Schauspielhaus nichts im Wege.

Ulrich Staehle
Stuttgarter Zeitung, 9.12.2002



Geier / Leuchter:
Augen zu und durch

Ein musikalisches Überlebenstraining mit Petra Welteroth

Theater Aachen, Kammerspiele

Premiere am 11.05.2001

Bühne und Kostüme: Beatrice von Bromhard

"Spannende Häutungen

"Augen zu und durch", sagte sich Regisseur Andreas Geier, nachdem "Brief an eine Tochter" vom Spielplan gestrichen werden musste. Statt dessen gibt's nun "Augen zu und durch!" das am Freitag Premiere hatte. Und es ist alles andere als eine Notlösung, eher eine Glanzleistung. ... Glänzend verkörpert Petra Welteroth die Träume und Hoffnungen, Ängste und Selbstzweifel einer Frau auf der Reise zu sich selbst. Ihre Selbstgespräche bestehen aus einer Collage von 34 Schlagern, Liedern und Chansons, die ihre momentane Seelenlage treffsicher widerspiegeln. Statt durch Worte verbindet Welteroth die Musikstücke allein durch ihre großartige Mimik und Gestik miteinander."

Aachener Nachrichten, 14.05.01


"Schauspielerin Petra Welteroth singt und erzählt eine pralle Geschichte in schillernden Farben. Man spürt sofort: Diese Frau weiß, wovon sie spricht, wenn sie zum Schluß mit Hildegard Knef seufzt: "Wer nicht verrückt wird der ist nicht normal", denn:"...denn die Erfahrung bringt man niemals an den Mann, an die Frau..." Sie versucht es dennoch in einer Soloproduktion, die Andreas Geier, Regisseur und Autor, mit dem Aachener Musiker und Komponisten Heribert Leuchter entwickelt hat.

Wie soll denn nun eine Frau aussehen, wenn sie noch immer auf den Mann hofft? Wie Marilyn Monroe, wie die freche Göre von nebenan, wie ein Vamp? Perückenwechsel, Kleiderwechsel – irgendwie bleibt alles, wie es ist. ... Indem Petra Welteroth warmherzig und selbstironisch den Häutungsprozeß einer Frau skizziert, die endlich in sich selbst die Lebensmitte findet (jedenfalls fast) gelingt ihr ein komplizierter Drahtseilakt zwischen Komödie und Tragödie. Bevor eine Szene in Sentimentalität oder Klamauk abgleiten kann, streut sie heitere und komische Elemente ein, interpretiert wunderschön-jazzig amerikanische Songs, wird frech und fesch. ... Kräftiger Applaus des Premierenpublikums."

Aachener Zeitung, 14.05.01

Foto



Ludwig/Heymann:
Linie1

Musikhochschule Karlsruhe im Straßenbahndepot Tullastraße

Premiere am 08.06.2000

"Mitreißende U-Bahn-Tour

Ein Straßenbahndepot als Musical-Theater; eine Bühne auf der zwar kein Hubschrauber landet, zum finalen Showdown aber immerhin ein Cabrio hereinfährt. Die Studierenden des Studiengangs Schulmusik an der Staatlichen Hochschule haben sich allerlei einfallen lassen, um die "Linie 1" auf die Schienen zu stellen. Am Samstagabend konnten sie in der Waggonhalle der Karlsruher Verkehrsbetriebe an der Tullastraße vor ausverkauftem Haus Premiere feiern.

Mit bemerkenswerten musikalischen, darstellerischen und tänzerischen Leistungen beeindruckte das Ensemble, mit geschickter Besetzung der gesanglich exponierten Rollen profilierte sich die Regie, für die sich die Studierenden professionelle Unterstützung bei Andreas Geier vom Badischen Staatstheater geholt hatten.

Schrill, bunt und vor Ideen sprühend fährt die "Linie 1" der Karlsruher Musikhochschule durch den Abend. Der tosende Applaus und die Beifallsstürme des Publikums zum Schluss war so durchaus verdient, und dass sie alle doch auch mit einer kräftigen Portion Lampenfieber auf die Bühne gestiegen waren, war höchstens aus dem freudigen Johlen zu spüren, dass nach dem Schlussapplaus aus den Kulissen drang."

Pforzheimer Zeitung, 10.06.2000


"Die Inszenierung von Andreas Geier ist detailliert, ideenreich und sucht Auseinandersetzungen. ... Trotz mancher Anspielungen auf die Fächerstadt gelingt es den Studierenden nicht durchgehend, das Berlin-Musical auf die Karlsruher Schiene zu ziehen. Die Abbildung Berlins gelingt hingegen um so einfühlsamer, trifft Milieu wie Figuren ausgezeichnet und beschert der "Linie 1" mehr als nur eine ausverkaufte Fahrt."

Badische Neuste Nachrichten, 11.07.2000


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A Weaner Blut!

Musikrevue über Johann Strauß und sein Jahrhundert
von Claus J. Frankl

Badisches Staatstheater Karlsruhe

Premiere am 06.11.99

Bühne und Kostüme: Vasitti Magnus

"Walzerseliges Requiem für ein Genie mit Macken

In ihr (der Revue) wird nicht mit kritischen Untertönen gespart, und so kommt nach und nach heraus, dass der "Walzerkönig" ein Genie voller Macken war. ... Da sich im kommenden Jahr der Geburtstag des "Sohnes" zum 175.Mal jährt, dürfte die Revue auch noch im nächsten Jahrtausend ein Renner des Staatstheaters bleiben."

Badisches Tagblatt, 09.11.99


"Und damit ist auch schon gesagt, dass das Ganze nicht eine bunte Mischung aus vorwiegend Johann-Strauss-Melodien ist, sondern dass auch eine Geschichte erzählt wird, eben die von Johann Strauß (Sohn) und seinem Jahrhundert. ... Mark Daver ist der musikalische Leiter dieser unterhaltsam-interessanten, sehens- und hörenswerten Revue um den Walzerkönig."

Luxemburger Wort, Luxemburg, 11.01.2000

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Geier / v. Maldeghem
Night & Day
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